Beschreibung

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Isolierglas (ISO-Glas) besteht aus mindestens zwei Glasscheiben, die durch einen Abstandhalter (Spacer) auf Abstand gehalten und am Rand hermetisch abgedichtet sind. Der Zwischenraum (SZR = Scheibenzwischenraum) ist mit einem Edelgas (meist Argon, selten Krypton) gefüllt.

Die Wärmedämmwirkung entsteht durch drei Faktoren: die gedämmte Gasschicht im SZR, die Beschichtung mindestens einer Scheibenoberfläche mit einer Low-E-Schicht (niedrige Emissivität) und — bei 3-fach Glas — einem zweiten SZR mit weiterer Beschichtung.

Entwicklung

Einfachglas hat einen Ug-Wert von ca. 5,8 W/(m²·K). Standard-2-fach-Glas der 1980er Jahre: ca. 2,8 W/(m²·K). Heutiger Standard 3-fach: 0,5–0,7 W/(m²·K). Faktor 10 Verbesserung in 40 Jahren.

Aufbau

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Die Notation des Glasaufbaus folgt dem Schema: Scheibendicke / SZR-Breite + Gasfüllung / Scheibendicke. Beispiel: 4/16Ar/4 = 4mm Glas, 16mm Argon, 4mm Glas.

Aufbau Ug-Wert SZR-Breite Typ
4/16Ar/4 ca. 1,1 W/(m²·K) 16 mm Argon Standard 2-fach
4/14Ar/4/14Ar/4 ca. 0,7 W/(m²·K) 2× 14 mm Argon Standard 3-fach
4/12Kr/4/12Kr/4 ca. 0,5 W/(m²·K) 2× 12 mm Krypton Premium 3-fach
4/12Ar/4/12Ar/4 + Vakuum ca. 0,4 W/(m²·K) Vakuumzone VIG / Passivhaus+

Abstandhalter (Spacer)

Der Spacer hält die Scheiben auf Abstand, dichtet den SZR ab und nimmt das Trockenmittel (Silikagel) auf. Aluminium-Spacer (klassisch) bilden eine starke Wärmebrücke am Glasrand. Warm-Edge-Spacer aus Edelstahl, Kunststoff-Stahl-Hybrid oder Kunststoff reduzieren den Randwärmeverlust deutlich.

Technik & Kennwerte

3-fach Isolierglas – Querschnitt Schematischer Schichtschnitt durch ein Mehrscheiben-Isolierglas mit Low-E Beschichtung und Warm-Edge Abstandhalter.
Schematischer Querschnitt · Alle Angaben ohne Gewähr

Low-E Beschichtung

Die Low-E-Beschichtung (englisch: low emissivity = niedrige Emissivität) ist eine Silberdünnschicht auf der inneren Glasoberfläche im SZR (Position 2 bei 2-fach, Position 2 und 5 bei 3-fach). Sie reflektiert langwellige Wärmestrahlung zurück in den Raum und verbessert den Ug-Wert erheblich.

g-Wert (Gesamtenergiedurchlass)

Der g-Wert gibt an, welcher Anteil der Sonnenenergie (direkte Transmission + sekundäre Abstrahlung) durch das Glas in den Raum gelangt. Hoher g-Wert = viel solare Wärme (gut im Winter, schlecht im Sommer). Sonnenschutzgläser haben g-Werte von 0,3–0,5; neutrale Wärmeschutzgläser 0,6–0,72.

Kennwert Definition Typische Werte
Ug-Wert Wärmedurchgang Glas [W/(m²·K)] 0,5–1,1 (3-fach: 0,5–0,7)
g-Wert Gesamtenergiedurchlass [–] 0,30–0,72
Rw Schalldämmmaß [dB] 30–52 dB
LT Lichttransmission [%] 60–80 %
Ψg Linearer Randwärmeverlust [W/(m·K)] 0,03–0,10 (Spacer-abhängig)
Passivhaus

Für den Passivhaus-Standard wird 3-fach Glas mit Ug ≤ 0,60 W/(m²·K), g-Wert ≥ 0,50 (Südseite) und Warm-Edge-Spacer mit Ψg ≤ 0,035 W/(m·K) empfohlen.


DIN EN 673
Wärmedurchgangskoeffizient von Glas

Berechnungsverfahren für Ug-Wert. Grundlage für alle Glasangaben in Produktdatenblättern.

DIN EN 410
Bewertung von Glas im Bauwesen — g-Wert

Bestimmung von Lichttransmission, Sonnenenergie-Gesamtdurchlass (g-Wert) und spektraler Absorption.

DIN EN 1279
Mehrscheiben-Isolierglas

Produktnorm für die Herstellung und Prüfung von Isolierglas-Einheiten.