Beschreibung

Bild: Elementfassade Montage Hochhaus — Platzhalter

Bei der Elementfassade (auch: Unitized Curtain Wall) werden im Gegensatz zur Pfosten-Riegel-Fassade komplette Fassadenfelder im Werk vorgefertigt und als fertige Einheiten auf die Baustelle geliefert. Ein Element entspricht meist einem Geschoss-Rasterfeld (typisch 1,2–1,8 m breit, 2,8–4,0 m hoch).

Die Elemente hängen an Alu-Konsolen und werden mit speziellen Steckverbindungen zu einer fugenlosen Einheit zusammengefügt. Das System eignet sich besonders für Hochhäuser und Großprojekte, bei denen Bauzeit, Qualitätskonstanz und Montagegeschwindigkeit entscheidend sind.

Vorteil

Werkseitige Vorfertigung mit vollständiger Qualitätskontrolle vor Ort. Witterungsunabhängige Montage. Pro Kran-Zug ein komplettes Fassadenfeld — erheblich schneller als die Stabwerk-Montage.

Aufbau

Bild: Elementfassade Querschnitt Steckverbindung — Platzhalter
MerkmalDetails
Elementgröße1 Geschossfeld, typisch 1,2–1,8 × 2,8–4,0 m
VerbindungSteckprinzip: Nut-Feder-System zwischen benachbarten Elementen
EntwässerungHorizontale und vertikale Entwässerungsebene im Profilquerschnitt
VerglasungWerkseitig eingebaut, Qualitätskontrolle im Werk
BefestigungAlu-Konsolen an Deckenplatten, 2-Punkt-Hängekonsole
ToleranzausgleichDreidimensional justierbar (±30 mm x/y/z)

Technik & Kennwerte

Bild: Elementfassade Steckfuge Detail — Platzhalter

Fugenprinzip

Die Verbindung zwischen zwei Elementen erfolgt über ein definiertes Fuge-Labyrinth. Die Steckverbindung (male/female-Profil) schließt Luft und Wasser in mehreren Ebenen ab — ohne Silikon in der Hauptfuge. Nur die Außenfuge erhält eine dauerhafte Dichtraupe als Sekundärdichtung.

Schnittstellen

Kritisch sind die Anschlüsse an Brüstung, Decke und Gebäudeecken. Hier sind Sonderlösungen erforderlich. Die Übergänge zu Treppenhäusern, Brandabschnitten (Vorhangfassade benötigt Brandriegel nach MPCV) und Dehnfugen müssen in der Planung frühzeitig festgelegt werden.

Brandschutz

Elementfassaden vor Deckenplatten erfordern Brandriegelmatten (Steinwolle) an jedem Geschoss zur Verhinderung von Brandüberschlag. Nationale Regelungen beachten (LBO, MBO § 28).