Beschreibung

Bild: Structural Glazing Fassade — Platzhalter

Structural Glazing (SG) bezeichnet Glasfassaden, bei denen die Verglasung durch strukturellen Silikonklebstoff (SSG = Structural Sealant Glazing) mit dem Tragrahmen verbunden ist. Von außen sind keine Profile sichtbar — es entsteht eine glatte, gespiegelte Glasfläche.

Die Klebverbindung überträgt alle aus der Verglasung resultierenden Kräfte (Windsog, Windlast, Eigengewicht) auf die Unterkonstruktion. Es handelt sich um eine sicherheitsrelevante Klebung, die besonderen Zulassungsanforderungen unterliegt.

Zulassung

SSG-Klebungen sind in Deutschland zulassungspflichtig (ETA/ETAG 002). Nur zugelassene Silikonprodukte mit Klebbemessung dürfen verwendet werden. Eigengewichtshaltende Klebungen (4-seitig) erfordern mechanische Glashaltesicherung.

Aufbau

Bild: SSG Klebung Querschnitt — Platzhalter
VarianteBeschreibung
2-seitiges SGOben und unten mechanisch gehalten, links und rechts geklebt
4-seitiges SGAlle vier Seiten geklebt — erfordert Sicherheitsglas und mech. Rückhaltung
Structural CappingSichtprofile nur auf 2 Seiten, 2 Seiten SG — Kompromiss aus Optik und Sicherheit
Point-FixedGlas punktuell an Spinnern gehalten, keine umlaufenden Profile

Technik & Kennwerte

Bild: SSG Klebnaht Detail — Platzhalter

Klebnahtbemessung

Die Klebnaht wird nach ETAG 002 berechnet. Maßgebend sind Windlast (Windsog), Klebnahtbreite, Klebnahttiefe und Materialkennwerte des Silikons (Zug, Schub, Haftung). Typische Klebnahtbreiten: 12–25 mm, Klebtiefen: 6–12 mm.

Bewegungsaufnahme

Silikon ist hoch elastisch (Dehnung bis 150 %). Es nimmt thermische Verformungen der Unterkonstruktion und des Glases zuverlässig auf. Das Tragprofil muss jedoch steif genug sein, um die zulässige Klebnahtverformung nicht zu überschreiten.

Vorteil

Maximale Transparenz und homogene Außenfläche. Keine Wärmebrücken durch Profile. Voraussetzung: präzise Planung, zertifizierte Klebung, Qualitätssicherung im Werk.