Beschreibung
Glasfassaden und Wintergärten haben gemeinsam, dass ein Großteil der Gebäudehülle aus Glas besteht. Dies schafft Transparenz und Helligkeit, stellt aber hohe Anforderungen an die Steuerung des solaren Eintrags, die Lüftung und den Hitzeschutz im Sommer.
Ein Wintergarten ist ein verglasten Raum, der an ein Wohngebäude angebaut ist. Je nach Nutzung und Heizungsanschluss gelten unterschiedliche baurechtliche und energetische Anforderungen.
| Wintergarten-Typ | Heizung | Anforderungen |
|---|---|---|
| Unbeheizter Puffer-WG | keine | Kein GEG-Nachweis, aber Wärmeschutz der Trennwand zum Wohnraum |
| Beheizter WG (≥ 19°C) | ja | GEG-Nachweis Pflicht, Uw-Anforderungen wie Fenster |
| Teiltemperierter WG | Frostschutz | Individuelle Planung, kein klarer Normbezug |
Aufbau
Glasfassaden nutzen überwiegend Pfosten-Riegel-Systeme oder Structural Glazing. Das Dach (Glasdach) ist statisch und bauphysikalisch die kritischste Zone: Kondensat, UV, Schmutz, Schnee. Für Überkopf-Verglasung ist VSG (Verbundsicherheitsglas) Pflicht.
Sommerlicher Wärmeschutz
Glasfassaden heizen sich im Sommer stark auf. Der solare Eintrag hängt vom g-Wert des Glases und der Ausrichtung ab. Nach DIN 4108-2 ist ein Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes erforderlich, wenn der Fensterflächenanteil mehr als 35 % der Fassadenfläche beträgt.
| Maßnahme | Wirkung | Fc-Wert |
|---|---|---|
| Außenjalousie / Raffstore | Sehr gut — vor dem Glas | 0,10–0,25 |
| Textilscreen (außen) | Gut | 0,25–0,40 |
| Sonnenschutzglas (g ≤ 0,35) | Gut — ohne Betrieb | ohne Abminderung |
| Innenrollo | Gering — Wärme bereits hinter Glas | 0,55–0,75 |
Außenliegender Sonnenschutz ist 3–5× wirksamer als innenliegender. Bei Glasfassaden und Wintergärten immer außenliegenden Sonnenschutz einplanen — idealerweise motorisch und automatisch gesteuert.